Judith  |  Selbstheilung durch Achtsamkeit

Für das erste Gespräch, das ich im Rahmen meines Projektes führen durfte, habe ich mich mit Judith in einem Café in Hillesheim getroffen.

 

Seit Abschluss meines Studiums an der Uni Trier 2008 habe ich im sozialen Bereich gearbeitet, genauer gesagt die meiste Zeit davon in der Wiedereingliederung von Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Allerdings habe ich mit der Zeit immer häufiger festgestellt, dass diese Arbeit einfach nicht meinen Werten entspricht. Ich möchte Menschen wahrhaftiger, nachhaltig und ganzheitlich helfen und sie weiterbringen.

 

Im Laufe der Zeit zeigte mein Körper mir schließlich immer häufiger, dass ich etwas ändern sollte. Migräne, Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Magen-Darm-Probleme meldeten sich immer häufiger, wobei die Beschwerden komischerweise wie von Zauberhand verschwunden waren, sobald ich wegen Urlaub, Krankmeldung oder Wochenende zu Hause war. Allerdings war meine „Genesung“ natürlich deswegen nie von langer Dauer – die Symptome kehrten früher oder später immer wieder zurück.

Meine Ärztin fragte mich irgendwann, ob es denn nicht die Arbeit sein könne, die mich krank macht. Zur selben Zeit keimte in mir die Frage auf, was ich denn wirklich im Leben erreichen und hinterlassen will. Und an Weihnachten im selben Jahr stand mein Entschluss fest, dass sich in meinem Leben im nächsten Jahr an Weihnachten grundlegend was verändert haben muss. Ich hatte noch absolut keine Ahnung, wie ich das anstellen soll und wo der Weg mich hinführen wird, ich wusste nur, dass ich es so sein wird. Sozusagen meine innere Stimme hat das so gesagt.

 

Zu Beginn des neuen Jahres war das alles aber zunächst wieder vergessen und der Alltag ging weiter. Wie das oft so ist mit den „guten Vorsätzen“. Schließlich zwangen mich dann die körperlichen Beschwerden, die im Frühjahr 2015 immer massiver wurden, schlussendlich zum Umdenken.

Was hast Du dann getan? Hast Du direkt gekündigt? Hattest Du andere Alternativen in Aussicht?

 

Nein, nicht direkt. Ich habe noch mal über mehrere Wochen alles abgewägt und dann diesen Schritt gewagt. Man kündigt ja schließlich nicht „einfach so“ den sicheren Job, ohne überhaupt einen Plan zu haben, wie es weiter geht. Zum Herbst 2015 bin ich dann schließlich aus meinem Hamsterrad ausgestiegen. Alternativen hatte ich zu der Zeit überhaupt keine, da für mich persönlich feststand, dass ich im sozialen Bereich nicht bis zur Rente weiter machen kann und will.

 

Nebenberuflich hatte ich 2012 meine therapeutischen Zusatzausbildungen zum „Biologischen Dekodieren“ und „Emotionale Umkehr“ begonnen. Letztes Jahr war ich da noch Mitten drin und im Oktober habe ich sie abgeschlossen. Ganz tief in mir war sicherlich schon länger die Idee, dass ich mich damit mal irgendwann selbstständig machen werde. Irgendwann....

 

Wann ist eigentlich dieses „irgendwann“?

Im Herbst letztes Jahr bin ich zufällig im Internet auf das Buch "Werde verrückt" von Veit Lindau gestoßen. Aus dem irgendwann wurde der 01.01.2016 als Ziel und von da an galt es, nach Möglichkeiten zu suchen, wie ich mir diesen Traum konkret verwirklichen könnte. Wie auch immer: Es hat geklappt und ich habe mein Ziel erreicht!

 

Zu Beginn meiner Selbstständigkeit kamen dann ganz neue, mir bis dahin unbekannte Ängste und eine die größten waren sicherlich die Angst vorm Scheitern, vor der Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit und vor den Gedanken der Menschen um mich herum. Als Arbeitnehmerin verschwindest du mehr oder weniger in der breiten, grauen Masse. Als Selbstständige stehst du plötzlich im Mittelpunkt und die Menschen interessieren sich für dich. Ich weiß noch gut den ersten Tag, als ich begann, meine Flyer zu verteilen. Das war in Daun und an der ersten Stelle, wo ich fragte, durfte die Mitarbeiterin leider meine Flyer nicht auslegen. Damit wurden natürlich kurzfristig meine Ängste bedient. Aber die nette Dame meinte, ich könne ihr ja einen Flyer geben und sie fragte mich, was genau ich denn machen würde. Da war ich total perplex und konnte erst nach anfänglichem „Stottern“ eine vernünftige Antwort geben. Perplex, weil sie sich ja wirklichfür mich und meine Arbeit interessierte. Ja genau, das „Gesehenwerden“ war am Anfang sehr ungewohnt für mich....

 

Die Existenzängste verschwanden bald und heute ist das alles kein Thema mehr.

 

Ich sage immer: diese "Arbeit" ist keine Arbeit im ursprünglichen Sinne für mich - es ist meine Berufung - ich darf den Menschen jetzt wahrhaftig helfen, muss mich nicht mehr verbiegen und darf ehrlich und authentisch sein. Ich spüre, wie ich dadurch meinem Leben endlich einen tieferen Sinn geben kann. Ich kann morgens und abends sehr zufrieden in den Spiegel schauen.

 

Seit Herbst 2015 sind die oben genannten körperlichen Beschwerden verschwunden! Ich weiß, das klingt verrückt! Ich kann wirklich behaupten, dass mein Körper erst gesund wurde, als ich mich ihm achtsam gewidmet und mir seine Zeichen bewusst gemacht habe.

Mit anderen Worten lag für Dich der "focus on the good" einfach darin, auf Deinen Körper zu hören und Deinem Herzen zu folgen um Deinen Traum endlich zu verwirklichen?

 

Ja, genau. Es war vor allem wichtig, mir zuerst einmal bewusst zu machen, was für mich überhaupt meine Probleme waren, womit ich nicht klar kam und das „Opferdasein“ abzulegen – ohne dieses Bewusstsein hätte ich nichts verändern können. Was meine ich mit Opferdasein? Nein, es waren überhaupt nicht die Umstände, die an meinen Problemen schuld waren, sondern ganz alleine ich selbst. Es war meine Wahl, etwas zu verändern oder eben nicht. Wenn ich nichts verändere, dann leide ich weiter. Okay... Aber auch das ist eine Entscheidung; in diesem Fall für das Jammern. Ich habe aufgehört, zu jammern. Ich habe irgendwann kapiert, dass niemand anderes auf der Welt an meinem Leben „schuld“ ist, nur ich selbst. Und seitdem ich das erkannt habe, hatte ich definitiv den focus on the good.

 

Selbst Verantwortung für dein Leben zu übernehmen erfordert Mut. Wenn du aber einmal damit angefangen hast, gibt es dir eine enorme Kraft und du willst gar nicht mehr damit aufhören! Ich machte mir klar, dass ICH mein Leben Tag für Tag gestalte – und dass ich alleine es in der Hand habe, die Situation zu verändern. Noch letztes Jahr hatte ich keine Ahnung, keine Ziele, wo ich irgendwann mal hin kommen wollte… und heute lebe ich von meiner Berufung. Ja, ich kann heute sagen: Ich liebe mein Leben! Natürlich gab und gibt es Hindernisse auf dem Weg. Wenn du aber das machst, was du wirklich-wirklich willst und was dich wirklich antreibt, wofür du nicht nur bereit zu sterben bist, sondern wofür du bereit bist zu leben und jeden Morgen aufzustehen, wofür du jeden Morgen freiwillig auf der Übungsmatte des Lebens erscheinst, überwindest du jedes Hindernis! Das Universum öffnet dir auf wundersame Art Türen, wo du vorher nur unüberwindbare Mauern gesehen hast.

 

Außerdem war die Unterstützung seitens meiner Freunde und meines Liebsten natürlich unglaublich wertvoll – sie haben alle zu mir gehalten, mir gut zugesprochen und mir geholfen wo es nötig und möglich war.

 

In diesem Sinne möchte ich mich auch auf diesem Weg gerne nochmal bei ihnen allen – und ganz besonders natürlich bei meinem Liebsten Volker– für die wunderbare Unterstützung bedanken!

 

Und Danke natürlich dir, lieber Thomas, für diesen Blog :-)

Liebe Judith, ich danke Dir sehr für das Gespräch

 

www.praxis-invenias.de

 

 

 

 

 


 

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